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7 Schritte zu einem Nomadenleben: Wie ich mich auf den Weg nach Nepal machte

September 2013, in einem Hostel in Istanbul. Ich schaute auf die Karte. Dachte: Nepal. Mein Traumziel schlechthin. Einfach nur dahin fliegen? Kam für mich von vorneherein nicht in Frage. Doch wie kann ich sonst noch dahin reisen?

Bus und Bahn? Ist das nicht zu teuer?

Hitch-Hiken? Hatte ich bis dato noch nie gemacht. Wer weiß, bei wem ich so im Auto lande?

Was mache ich denn gerne und was würde diese Reise einzigartig machen? Ich bin gerne draußen. Wandern. Ja dann gehe ich eben nach Nepal, schoss es mir durch den Kopf.

Doch wie stellt man das an? So mitten in der Gesellschaft lebend, in einer Beziehung? Richtig, man wartet erst mal 3 Monate ab. Vielleicht hab ich die Idee ja dann nicht mehr? Pustekuchen. Also wurde es Zeit, meinem Freund davon zu erzählen. Das die Begeisterung alles andere als groß war, kann man sich wohl denken, oder?

Also noch mal 3 Monate gewartet. Der Wunsch war immer noch da. Also saß ich weinend vor ihm und sagte, dass ich es probieren muss. Mit oder ohne.

Von da an fokussierte ich mich auf die Wanderung: Ausrüstung zusammenstellen, Informationen einholen, die Route grob planen und meinen Eltern und Freunden davon erzählen.

 

1) Stelle deine Träume nicht für andere zurück

“Can you remember who you were, before the world told you who you should be?” – Charles Bukowski

Es ist dein Leben. Deine Zeit. Nutze sie so, wie du es für richtig hälst.

Auch wenn es am Anfang schwer fällt. Du dir vielleicht selbstsüchtig vorkommst.

Doch was ist in 5, 7 oder 10 Jahren? Bist du sicher, dass es sich dann immer noch richtig anfühlt, für andere verzichtet zu haben? Bist du dann noch in der Lage dazu, deine Träume zu verwirklichen? Ist es wirklich, was ich möchte? Ist es das wert, dafür so viel aufzugeben? Oder gewinne ich dadurch viel mehr als ich aufgebe?

Ich habe mir diese Fragen ‚zig Mal gestellt. Versucht eine Antwort zu finden. Doch die Antworten kann ich nur finden, wenn ich es versuche.

Du musst ein Leben lang mit dir auskommen. Keine andere Person.

 

2) Hab dein Ziel vor Augen

„if you love something, you should chase after it!“

… und nehme sie ernst! Der erste Schritt ist (bekanntlich) der Schwerste.

Und ich bezweifel, dass die nächsten Wochen oder Monate leichter werden. Dir wird viel Gegenwind entgegenkommen. Eltern und Freunde werden versuchen, dir die Idee auszureden.

Doch die Idee der Wanderung hatte sich schon so in mir verfestigt, dass mich nichts mehr davon abbringen konnte. Ich fing an, mich genauer mit dem Thema „Fernwandern“ auseinanderzusetzen. Hatte ich bis dato doch immer nur Tages- oder Wochenwanderungen gemacht. Backpacking für ein paar Monate …

Suchte nach leichterer Ausrüstung. Informierte mich über Möglichkeiten. Optimierte meine Ausrüstung. Schrieb Firmen für einen möglichen Support an.
Trainierte körperlich und mental. Sofern man sich auf so ein Vorhaben vorbereiten kann. Suchte nach ähnlichen Projekten.

Alles andere wurde nebensächlich oder diente nur (noch) zum Zweck (damit meine ich Jobs).

3) Passe dein Leben deinen Träumen an

Jeder hat seinen eigenen Traum. Jeder benötigt eine andere Summe Geld. Jeder hat andere Bedürfnisse, wie er reist oder wie er unterwegs ist.

Ich für meine Teil bin sehr minimalistisch unterwegs – möchte mir hin und wieder aber etwas gönnen. Nicht in Form von materiellen Dingen, aber es mir hin und wieder gut gehen lassen – die Wanderung ist anstrengend genug.

Es ist alles eine Einstellungssache und was du daraus machst. Es gibt Leute, die reisen mit weitaus weniger als ich. Es gibt aber auch die, die mit viel viel mehr reisen. Selbst auf die Weise, wie ich unterwegs bin.

Das mag zwar etwas komisch klingen, aber Backpacker z.B. geben im Durchschnitt schon etwas mehr aus – Transportkosten, Schlafen meistens in Unterkünften, geben in den meisten Fällen Geld für Sightseeing aus und/oder gehen Feiern. Das muss jeder für sich selbst ausmachen. Doch dafür sparen sie im Vorfeld Geld. Wie viel, dass muss jeder für sich entscheiden.

Wenn du dein Ziel und deine Möglichkeiten kennst, wirst du dein Leben, deine Standards und deine Einstellung (ob du gewisse Dinge benötigst oder machen musst) von ganz allein anpassen. Wenn du etwas erreichen möchtest, musst du in den meisten Fällen dafür kämpfen.

4) Kündige oder mache dich selbstständig

Der nächste große Schritt ist es, seine Pflichten daheim so langsam zu minimieren. Oder auf ein neues Level zu bringen.

Dazu gehört es, den Job zu kündigen – oder sich selbstständig zu machen. Versicherungen zu kündigen. Veträge aufzuheben. Gegebenfalls die Wohnung zu kündigen oder via Airbnb* zu vermieten.

Vielleicht hast du ja auch die Möglichkeit eine Art Sabbatical zu machen? Frage deine Chef doch mal nach den Möglichkeiten.

Alles in allem musst du aber Opfer bringen, um deine Träume zu erfüllen. Die Frage ist nur: Bringst du die Opfer oder sind es die andere, die es dich glauben lassen? Vielleicht wirfst du auch nur unnötigen Ballast ab, der dir eh schon lange „auf die Nerven“ geht?

 




5) Mach eine Checkliste, bevor du ins Nomadenleben ziehst

  • Inwiefern möchtest du ein Nomaden- oder Reise Dasein fristen?
  • Soll es auf bestimmte, absehbare Zeit sein?
  • Wirst du unterwegs arbeiten oder möchtest du nur unterwegs sein?
  • Benötigst du gewisse Ausrüstung für dein Vorhaben?
  • Ist dein Reisepass gültig?
  • Welche Visa benötigst du?

Ich bin ganz klassisch auf Google Maps gegangen, habe eine grobe Route von Hamburg nach Kathmandu gezogen und dann angefangen, zu überlegen:

  • Welche Länder möchte ich durchwandern?
  • Wie viele Kilometer kann ich am Tag schaffen?
  • Welche Jahreszeiten werde ich durchwandern?
  • Welche Ausrüstung benötige ich dafür?
  • Was für Ausrüstung habe ich schon?

Allerdings ergibt sich das meiste unterwegs. Inwiefern du in das Nomadenleben eintauchen willst, wie lange du es machen möchtest und ob es überhaupt etwas für dich ist.

Ich spreche in diesem Artikel immer wieder vom Nomaden Dasein, da ich zu Fuß unterwegs bin. Abgesehen von kurzen Momenten, von Ort zu Ort ziehen (wobei ich nach der Wanderung nicht ausschließe, wieder länger an einem Ort zu wohnen oder zumindest einen Ort zu haben, zu dem ich immer wieder zurückkehre).

6) Hit the road

Mach den ersten Schritt und raus mit dir.

Pläne, die du vorher gemacht hast: Verwerf diese! Lange wird die Planung sowieso nicht halten. Nach ein paar Wochen (wenn nicht schon nach ein paar Tagen) wirfst du eh alles über Bord und musst neu planen. Oder du triffst Menschen, mit denen du ein paar Tage unterwegs bist.

Irgendwas ist ja immer (*zwinker)

7) Have fun & learn new things

 


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2 Kommentare

  1. Daniela sagt

    Liebe Jessi, ich finde es sooooo toll von dir, dass du deinen Träumen folgst und mutig drauf los gehst. Meine sind nicht mal annähernd so gewagt wie deine, aber ich möchte auch hier meine Zelte abbrechen und mich durchs Leben treiben lassen, so lange es mir Spaß macht und es für mich möglich ist.
    Und wenn ich Blogs wie den deinen lese, dann bestärkt mich das immer wieder sehr, diesen Schritt zu wagen und mich in die Welt und ins Ungewisse zu wagen.
    Ich danke dir dafür und wünsche dir noch unendlich viele tolle Erlebnisse auf deiner Reise.

    Alles Liebe aus Tirol,
    Daniela

    • Hallo Liebes!

      Danke für die tollen Worte!
      Dann bin ich gespannt, wann es los geht und vorallem: Wo es dich hintreibt! :)

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