(Fern)WANDERN, Outdoor Tipps, Vorbereitung
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Überwinde deine Ängste: 10 Tipps alleine wandern zu gehen

Wolltest du schon immer mal wandern, hast aber niemanden, der mit dir kommt? Hat dich die Angst, allein wandern zu gehen, bisher davon abgehalten?

Soll ich dir etwas verraten? Mir ging es genauso!

Es ist ein bisschen soo, als würde man alleine ins Kino oder Essen gehen. Es fühlt sich komisch an, alleine etwas zu unternehmen. Fühlt man sich in solchen Situationen doch immer ein wenig … wie ein Außenseiter.

Ich weiß nicht, ob es an der Erziehung liegt oder das Frauen von Natur aus mehr darüber nachdenken.

Und doch träumen so viele Frauen davon, endlich loszuziehen. Ob nun allein oder nicht.

Als ich das erste Mal alleine wandern war

So ganz bewusst das erste Mal allein gewandert bin ich bei mir in der Heimat, wo ich aufgewachsen bin.

Dort gibt nicht viele Wanderwege, aber zum Wandern muss man ja auch nicht unbedingt Wanderwege haben. Wandern ist Wandern, ob mit ausgezeichneten Wanderweg oder nicht.

Zurück zum Thema: Allerdings hatte ich zu dem Zeitpunkt niemanden, der mit mir wandern wollte. Fiel das doch eher unter „Das machen nur alte Menschen“.

Das fand ich keineswegs, und so machte ich mich selbst nach draußen. Nur wohin? Was brauche ich? Und ist es alleine nicht langweilig? Bin ich körperlich fit genug?

Ich suchte mir für den Anfang eine einfache Strecke in der Umgebung raus, packte meinen Rucksack und ging los.

Vorher informierte ich mich allerdings und machte einen Ausrüstungscheck und trainierte meine körperliche und mentale Fitness.

Hier sind meine Tipps, für dich, worauf du achten solltest, wen du alleine wandern gehen möchtest:

Informiere dich gut über die Region / Strecke, die du wandern möchtest

Damit du auch wirklich einschätzen kannst, ob die Strecke etwas für dich ist – oder damit du dich gezielt darauf vorbereiten kannst: Informiere dich über die Region und/oder Strecke.

In dem Fall ist es egal, ob du in einer Gruppe wandern gehst oder alleine unterwegs bist.

Jeder sollte in der Lage sein, im Notfall die Strecke selbst bewältigen zu können. Daher ist es wichtig, den Wanderweg vorher zu kennen und wie lang die Wanderung oder die Abschnitte in etwa sind.

Wie viel Essen und / oder Wasser musst du mitnehmen? Musst du Trittsicher und Schwindelfrei sein? Musst du gegebenfalls klettern? Gibt es dort Tiere, die dir unterwegs begegnen können und wie verhälst du dich in diesem Fall? Sind dort auch andere Wanderer unterwegs? Hast du dort Handyempfang / Internet? Ist die Strecke gut markiert? Wird Kartenmaterial benötigt bzw. zur Verfügung gestellt? Benötigst du spezielle Ausrüstung?

Informiere dich über das Wetter. Nehme dementsprechend passende Kleidung mit.

Rede mit anderen, die die Strecke schon gewandert sind. Findest du niemanden, versuche im Internet zu recherchieren oder Frage vor Ort im Informationscenter nach.

Körperliche Vorbereitung

Je nach Strecke, ist eine gute körperliche Fitness Grundvorausetzung, um alleine auf eine Wander- oder Trekkingtour zu gehen.

Gestehe dir ehrlich ein, ob du fit genug für die Strecke bist oder nicht. Es macht wenig Sinn, wenn du auf halber Strecke merkst, dass du nicht fit genug bist (und am liebsten umkehren würdest).

Tipps, wie du deine körperliche Fitness verbessern kannst, habe ich dir hier detailierter aufgeschrieben.

Gebe anderen Bescheid, wo du unterwegs sein wirst

Sollte es eine Route geben, sende sie deinen Eltern oder einem Freund zu.

Gebe in deiner Unterkunft Bescheid oder in einem Nationalpark, am Eingang. Manchmal muss man sich in einem Nationalpark vorher auch registrieren. Erwähne in etwa, wie lange du unterwegs sein möchtest.

Knüpfe Kontakte und rede mit den Menschen, die du triffst

In den meisten Fällen wirst du auf andere Wanderer treffen. Meistens am Etappenziel. Oder wenn es unterwegs eine Unterkunft oder ein Restaurant gibt. Tausch dich mit den Menschen aus. Über schwierige Passagen, wie sieht es mit Wegmarkierungen aus, wie sieht es mit Wasser unterwegs aus, besteht vielleicht ein Wetterumschwung?

Sei neugierig und aufmerksam!

Hör auf deinen Körper und Bauch

Gehe dein eigenes Tempo, lass dich nicht von anderen stressen. Mache Pausen, wenn du es brauchst, esse regelmäßig etwas kleines und trinke genug.

Höre auf deinen Körper und vertraue auf dein Bauchgefühl.

Hinterlasse nichts außer deine Fußspuren

Etwas, das ich auf Wanderungen immer wieder erschreckend finde: Den Müll.

Ich meine, was ist daran so schwer, seinen Müll wieder mitzunehmen? Wer etwas voll mit hochgenommen hat, kann es auch leer wieder mit runternehmen!

Wenn du nicht, wie ich, ein „Pee Rag“ mit hast, dann überlege, was du mit dem benutzten Toilettenpapier machst. Verbrenne es zum Beispiel.

Taschentücher und Feuchttücher sollten allerdings immer in die Mülltüte wandern.

Mentale Vorbereitung

Der mentale Zustand spielt eine genauso große Rolle wie die physische Verfassung – wenn nicht sogar eine größere. Die innere Einstellung ist der Grundstein um dein Ziel erfolgreich zu erreichen. Sie hilft dir, auch in schwierigen Situationen den Überblick zu behalten und dein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren – oder zumindest schneller wieder auf den richtigen Weg zu kommen.

Rückschläge und Niederlagen sind dazu da, um aus den Fehlern zu lernen. Menschen, deren mentale Einstellung weniger gefestig ist, sind eher frustriert und geben schneller auf.

Tipps, wie du deine mentale Einstellung trainieren kannst, findest du hier.

Wenn doch mal etwas passieren sollte

Gerate nicht in Panik. Das bringt keinem was, am wenigsten dir.

Für den Notfall habe ich immer ein Handy mit dabei. In den meisten Regionen funktioniert die Notfallnummer – informiere dich also vorher über diese. Und achte darauf, dass der Akku geladen ist.

Sollte dies nicht funktionieren, mache dich anders bemerkbar. Rufe zum Beispiel laut um Hilfe. Oftmals sind auch noch andere Wanderer unterwegs, die dir im Zweifelsfall helfen können.

Schließe dich anderen an, die du unterwegs triffst oder suche dir vorher eine Wandergruppe

Solltest du trotz allem immer noch bedenken haben oder unsicher sein, kann ich das verstehen. Vielleicht ist alleine wandern auch einfach nichts für dich. Auch ok. Die Tipps solltest du dir trotzdem zu Herzen nehmen.

Du kannst dich unterwegs immer noch anderen anschließen. Dir vorher schon gezielt eine Wandergruppe suchen oder sogar eine geführte Wandertour buchen.

Die meisten Regionen bieten so etwas an.

Raus mit dir und genießen!

Hast du Angst, alleine wandern zu gehen? Wenn ja, warum? Erzähle mir und den anderen davon in den Kommentaren! Gegenseitig können wir uns motivieren, unterstützen und inspirieren!

Oftmals ist die Angst unbegründet und „nur“ in unserem Kopf vorhanden.

Findest du die Tipps hilfreich? Dann würde ich mich freuen, wenn du den Artikel auch mit deinen FreundInnen teilst!

 

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6 Kommentare

  1. Hallo Jessie!
    Das kann ich kaum glauben, dass Du irgendwann mal Angst davor hattest, alleine wandern zu gehen – und jetzt gehst Du zu Fuß nach Nepal!
    Da schäme ich mich ein bißchen, dass ich es in der Schweiz nur selten auf die Reihe kriege, alleine loszugehen. Und das, obwohl es eigentlich Spaß macht, auch mal alleine zu wandern – gerade weil man das Tempo, die Pausen und die Richtung voll selbst bestimmen kann.
    Liebe Grüße
    Biene

    • Liebe Biene,

      jeder fängt mal klein an :) und ja, hatte ich! Naja, nicht Angst – aber fehlende Motivation alleine los zu gehen!
      Das nächste Wochenende kommt ;) und dann raus mit dir!

      LG Jessie

  2. Kristin sagt

    Hi Jessie!
    Habe neulich noch mit einer Wandergefährtin unterwegs darüber gesprochen. Uns kam der Gedanke, als wir gerade ein ziemliches einsames Waldstück passiert haben. Wir waren uns einig, dass wir wahrscheinlich auf jeden Windhauch, jedes Stockknacksen oder sonstige Geräusche ängstlich reagieren würden. Eigentlich ist es aber doch Quatsch, ob man nun allein oder zu zweit unterwegs ist. Denn sollte man jemanden treffen, der einem Böses will, wird derjenige sich wahrscheinlich auch mit zwei Frauen anlegen….
    Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass wir in Wandergebieten bis jetzt immer netten Menschen begegnet sind.
    Bis jetzt habe ich trotzdem nicht den Mut alleine loszuziehen, aber was nicht ist, kann ja noch werden…..Bin ja noch Anfängerin.
    LG Kristin

    • Hallo Kristin,

      danke für deinen Kommentar!

      für den Anfang einfach kleine / kurze Wege aussuchen oder Wege, die du vielleicht schon mal gewandert bist – einfach um sich an das Gefühl zu gewöhnen!
      Egal ob Wandern oder Reisen allgemein, bisher hab ich nicht wirklich etwas schlechtes erlebt (Toi Toi Toi)!
      Daher: Einfach auf dein Bauchgefühl hören!
      Aber das finde ich, gehört zum Wandern dazu: Über seinen Schatten springen! Aus seiner Komfortzone raus zu kommen.
      Den Gedanken hatte ich erst letztens auf meiner Trekking Tour in Georgien:
      Du musst dich überwinden, der Trail wird sich nicht ändern – egal ob du 5, 10 oder 30 Minuten dort stehst und versuchst einen anderen Weg zu finden.

      LG aus Azerbaijan,

      Jessie

  3. Hallo Jessie,
    ich habe mich meiner Angst letzten Sonntag gestellt, in dem ich einen Kurs besucht habe, meine Höhenangst zu überwinden.
    Das hat echt Laune gemacht.
    Bericht in meinem Blog.
    Gruß
    Aurora

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