Gedankenfetzen
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Bekenntnisse einer Findenden *

Bekenntnisse einer Findenden*

(Hallo Fernweh)
schon immer hast du mich begleitet. Durch die Schule, Uni, Ausbildung und den Festanstellungen. Selbst in der Freiberuflichkeit hatte ich mich anfangs nie getraut dir völligst nachzugeben. Meist nur kürzere Trips – nicht länger als knapp 2 Monate – denn immer wurde irgendwie verlangt erreichbar zu sein. Ja manchmal sogar vor Ort erscheinen zu müssen.

Dann gab es da noch Menschen. Menschen die mir wichtig erschienen. Ich ihnen, mittendrin oder am Ende, aber selbst nicht war. Viele Chancen und Möglichkeiten vertan. Nun nachdem es scheint, dass ich den einen Menschen gefunden habe, muss ich dennoch allein in die Ferne ziehen. Es ist nicht so, dass er dich nicht mögen würde – nur eben anders als ich. Ein Zwickmühlen-Gefühl. Und doch habe ich Glück, dass er mich diese Sehnsucht stillen lässt.

Aber während ich dir hier in Indien nachgebe, wächst eine ganz andere Sehnsucht. Nämlich die nach dem Lieblingsmenschen. Ungewohnt. Denn wann merkt man dies daheim wirklich mal? Und doch muss ich feststellen: ich würde mich dir jederzeit wieder hingeben. Denn allein jetzt träume ich schon von dem nächsten Trip. Dem nächsten Abenteuer auf Abwegen. Am liebsten gemeinsam. Das wäre was. Vielleicht. Vielleicht irgendwann.

Bekenntnisse einer Findenden*
Und egal was für Schwierigkeiten man auf Reisen hat, du infizierst einen immer wieder.
Denn diese Schwierigkeiten machen einen stark. Es sind eher Möglichkeiten. Möglichkeiten zu wachsen. Man schafft Dinge von denen man in seiner heimischen Komfortzone vorher nie etwas wissen wollte. Man erfährt mehr über sich. Stärken, Schwächen, Ängste. Mit sich selbst auskommen ist schwieriger als mit anderen Menschen. Denkt man oft gar nicht, aber es ist erschreckend wahr. Man findet mehr zu sich selbst. Zu der Person, die man eigentlich ist. Man findet sein „Mehrsein“ wieder. Denn niemand zwängt einen in eine Schublade. Sagt dir was sich gehört und was nicht (abgesehen von den kulturellen Feinheiten). Was du in deinem Leben erreicht hast oder nicht, spielt weniger ein Rolle. Ebenso was deine Besitztümer angeht.

Ich habe lange an mir selbst gezweifelt. Gezweifelt, ob Entscheidungen richtig waren. Gezweifelt, ob ich gut genug bin – als Mensch, als Designer, als kreative Person. Zu oft auf andere gehört oder mir reinreden lassen. Mich zu oft und zu sehr in eine Schublade pressen lassen. Mich in meinen zweifelnden Gedanken verloren. Sie wachsen und gedeihen lassen. Mich auffressen lassen. Ohne den richtigen Menschen an meiner Seite, wäre ich vermutlich schon längst untergegangen.

Aber langsam. Ganz langsam fange ich an mich dank dir wieder zu finden. Viel zu sehr habe ich mich in meinen vorherigen Beiträgen versteckt. Manchmal selbst nicht wiedergefunden und doch auf den berühmt-berüchtigten „Veröffentlichen“-Button geklickt. Eigentlich eine Schande, denke ich mir. Aber was getan wurde, ist nun mal schon passiert. Nicht rückgängig zu machen, aber veränderbar.

Ich strebte vielmehr danach wie andere zu sein – egal ob es um meinen Reiseblog oder mein Freelance-Business ging. Über Nacht werde ich dies wohl nicht abstellen können. Doch wie sagt man so schön: Einsicht ist der erste Weg zur Besserung? Naja oder so ähnlich. Du weißt schon was ich sagen möchte!

Ich möchte dir mehr von mir geben. Und nicht etwas das mir in der Vergangenheit von anderen aufgezwängt oder vorgegeben wurde (ob bewusst oder unbewusst).

 

2 Kommentare

  1. Liebe Jessie, weiter so! :) ich kenne das Gefühl des Versteckens sehr gut, auch wenn ich dieses Fernweh nicht so habe. ;) lass dich nicht beirren und gehe deinen Weg! Ich kämpfe momentan auch wieder mit meinem wirklichen ICH, aber mein Notizbuch füllt sich und dank meines lieblingsmenschen weiß ich das ich all das was dort drin steht und geskribbelt ist auch verwirklichen kann. Wenn ich es wirklich will! :) ganz liebe Grüße in die Ferne und ein Drücker Julia :)

    • Danke für deinen Kommentar Liebes :))
      Ja das kann ich nachvollziehen! Dann ist es immer gut jmd an der Seite zu haben – der einen vleicht auch einfach nur mal in den Arm nimmt ohne zu fragen, was ist. Manchmal weiß man es ja selbst nicht …

      Ich hoffe wir treffen uns bald mal wieder auf einen Kaffee – oder machen was zusammen – wie wir ja schonmal gaanz flüchtig im Kopf hatten ;)
      Ich drück dich auch! :)

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