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Testbericht: Die Menstruationstasse „Diva Cup“

Letztens habe ich ja schon einen kleinen Artikel über die Hygiene unterwegs geschrieben.

Dabei ist mir aufgefallen, dass Produkte wie der Diva Cup, Lady Cup, Keeper usw. in Deutschland noch nicht so verbreitet sind. Auf den einschlägig deutschen (Reise)blogs ist daher nicht wirklich was zu dem Thema zu finden.

Daher dachte ich mir einfach: „Dann teste ich so ein Teil mal aus.“.

Für die unter euch, die nicht wissen, was ein Diva Cup, Lady Cup u.ä. ist – es aber gerne wissen möchten: hier eine kurze Erklärung via Wiki.

Im Test: der Diva Cup.

Da der Diva Cup und ähnliche Produkte bei uns noch nicht so verbreitet sind folgt hier eine etwas ausführlichere Beschreibung meiner Ehrfahrungen.

DivaCup Logo

Auf einen Blick*

+ man bemerkt den Cup beim Tragen nicht
+ bis zu 12 Stunden Schutz
+ Platzsparend (im Gegensatz zu einem Vorrat Tampons)
+ Auf Dauer billiger (die ca. 30 € rentieren sich bereits nach ein paar Monaten)
+ Wiederverwendbar und umweltschonend
+ aus medizinischen Silikon
+ frei von: Latex, Plastik, PVC, Akryl, Akrylat, Bisphenol A, Phthalat, Elastomer, Polyethylen, Färbemitteln oder Farbstoffen (also auch für Frauen mit Latex-Allergie geeignet)

Negative Aspekte habe ich bisher nicht erkennen können.

Der erste Eindruck*

Die Form des Diva Cups oder auch Menstruationstasse genannt (wie unschön ich diese Bezeichnung finde) erinnert an einen Trichter und man fragt sich: „Wie zum Teufel soll das denn passen?“. Der Becher wirkt groß und man hat schon Bedenken, wie sich das anfühlt und zu tragen ist.

DivaCup on Bag

Da das Material aber aus elastischen Silikon besteht muss man wohl nur noch die Falttechnik beherrschen.

Daher mein Tipp: Mache schon mal ein paar Trockenübungen bevor du dich mitten im Geschehen wieder findest und es dann nicht klappt.

Der Diva Cup im Einsatz*

Einmal erfolgreich platziert bemerkt man den Diva Cup nicht mehr, was mich wirklich überrascht hat. Und ehrlich gesagt war ich ja auch sekptisch, ob die ganze Angelegenheit dicht sein wird. Und auch hier wurde ich nicht enttäuscht.

Was ich auch als positiv empfinde: man hat kein kleines, störendes Bändchen. Du musst dir keine Gedanken machen, wohin damit wenn du mal auf Toilette musst (sofern das Tampon noch nicht vollgesogen ist). Am Strand oder im Schwimmbad musst du keine Angst haben, dass da etwas rausrutschen könnte.

Egal ob beim Sport oder anderen körperlichen Aktivitäten (egal ob in der Luft, auf dem Laud oder auf/im Wasser), der Diva Cup bleibt da wo er hingehört und fängt mehr Flüssigkeit auf als ein Tampon aufnehmen kann. Wenn man nicht manchmal Begleiterscheinungen wie Bauchschmerzen o.ä. hätte könnte man glatt vergessen, dass man überhaupt seine Regel hat.

Diva Cup * Illustration für BUNTERwegs
Laut Foren ist es einigen Frauen gegen Ende der Periode sogar schon passiert, dass sie den Becher völlig vergessen haben. Nach ein paar Tagen fiel es ihnen dann erst auf. Tjaa. Spricht ja irgendwie für sich.

Aber: OH GOTT, wie zur Hölle bekomme ich es wieder heraus?

Beim ersten Mal war es schon etwas kniffelig, denn der Cup saugt sich wirklich fest (was das Anpassen und damit die Dichtheit bestätigt). Der ganze Trichter und somit auch der Stiel werden aber durch die Scheidenflüssigkeit glitschig. Ohne die richtige Technik bzw wenn man zu zarghaft rangeht ist es anfangs dann doch ziemlich schwer den Becher wieder herauszubekommen. Denn im Gegegensatz zu anderen Produkten wie dem Keeper ist der Stiel am Ende des DivaCups schon recht kurz.

Habe keine Angst vor deinem Körper! Setz dich nicht unter Druck und gerate nicht in Panik, wenn du den Cup nicht direkt herausbekommst. Der Trichter sitzt nunmal ca. 1 cm in deinem Scheideneingang und du musst dich da ran trauen. Sowohl das Einführen als auch das Herausnehmen bedürfen daher ein wenig Übung. Bei einigen klappt es direkt, andere brauchen wahrscheinlich ein wenig länger.

Tipp zum Herausnehmen: Am einfachsten geht es im Sitzen. Kneife dein Beckenboden leicht zusammen um den Becher ein wenig nach vorne zu schieben. Das erleichtert es ungemein an das untere Ende zu kommen um den Becher dann ein wenig zusammenzudrücken und zu entfernen. Durch das Zusammendrücken des unteren Endes löst sich der Cup aus seinem „Anpassungsmodus“.

Dies wurde hier ja bereits schon erwähnt. Auf der eigentlich Seite des Diva Cups ist die Handhabung irgendwie ziemlich kompliziert erklärt.

Auf Outdoor-Reisen muss man immer genug Wasser zur Hand haben um den Diva Cup einmal kurz auszuspülen. Aber besser als immer an Tücher zu denken und anschliessend ein kleines Paket zu haben, bei dem man nicht weiß wohin damit. Gerade hier macht sich dann der Aspekt von 12 Stunden positiv bemerkbar.

Pflegehinweise*

Aus hygienischen Gründen empfehle ich immer die Hände und auch den Becher vor Verwendung zu reinigen. Auf Reisen ist dies nicht immer 100% möglich – gerade im Outdoorbereich. Dort kann auch sauberes Wasser (am besten Trinkwasser o.ä.) verwendet werden.

Dann sollte man den Becher wie empfohlen bei der nächsten Gelegenheit reinigen.

Auch sollen mit der Zeit Verfärbungen entstehen. Dann den Becher einfach zwischen den Zyklen, wie im mitgelieferten Handbuch beschrieben, abkochen. Bei Verfärbungen bedeutet es aber nicht, dass der Becher ersetzt werden muss.

Fazit*

Ich bin wirklich begeistert! Nicht nur für unterwegs, sondern auch für den gesellschaftlich normalen Alltag zu empfehlen. Man bemerkt ihn nicht, er verrutscht nicht und bietet bis zu 12 Stunden Schutz.

 

Den Diva Cup gibt es in 2 Größen.

Diva Cup in 2 Größen * BUNTERwegs

Größe 1:  Für Frauen unter 30, die noch nie ein Kind geboren haben, weder vaginal noch per Kaiserschnitt.
Größe 2: Für Frauen ab 30 bzw. für alle Frauen, die bereits ein Kind vaginal oder per Kaiserschnitt geboren haben.

(Quelle: divacup.com/de)

Erhältlich ist der Diva Cup auf Amazon oder bei Globetrotter.

Für weitere Informationen besucht die Webseite divacup.com/de
Diva Cup auf Facebook*
Diva Cup auf Twitter*

Hast du schon Erfahrungen mit einem, Diva Cup, Lady Cup oder Keeper gemacht? Wie ist dein Eindruck von solchen Produkten? Hast du vor dir so einen auch anzuschaffen?

*** Ich möchte darauf hinweisen, dass diese Produkt-Review unbezahlt ist. So oder so entprechen die Inhalte meinen eigenen Eindrücken und spiegeln meine Meinung wieder. ***

2 Kommentare

  1. Michelle sagt

    Find das Ding auch super und war erstaunt, wie schnell man die „Bedienung“ raus hat. Seit ich den benutze, sind die Tage endlich wie alle anderen. Keine Gedanken mehr darum, ob was daneben geht, keine Ausreden vom Sport oder ähnliches.

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