Ungarn, Wandern
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Tag 69 bis 71 von bunterwegs2nepal : Von Budapest nach Lajosmizse

Budapest hatte mich echt umgehauen und ich hatte, logischerweise, ein wirklich ungutes Gefühl, meine Mama in den Flieger zu setzen. Hatte ich doch die ganze Zeit Angst, dass der Blutdruck wieder ansteigen wird.

Denn auch auf dem Hinflug hatte sie das Problem schon und das auch direkt am Flughafen. Wollte ich mir gar nicht ausmalen, wenn sie plötzlich am Budapester Flughafen festsitzt.

Wie es dann aber weiter gegangen ist, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

08. August 2016

Budapest – Ócsa
28,6 km

Der Schock von letzter Nacht steckt noch tief. Dennoch machen wir uns recht zeitig los, zum Flughafen!

Ich hatte mich dazu entschlossen, dann direkt vom Flughafen aus weiterzugehen. Eigentlich war der Plan erst, noch einen Tag länger in Budapest zu bleiben, um noch ein wenig zu arbeiten. Nach der letzten Nacht war mir dann aber nicht mehr so danach.

Da ich ab heute auch keinen offiziellen Wanderweg mehr hatte, dem ich folgen konnte, hatte ich auch nicht sonderlich große Erwartungen an die Strecke. Doch ich war angenehm überrascht: Erst ging es an einer Landstrasse entlang und dann nur noch Feldwege. Die Strecke lief sich da dadurch fast von alleine. Was richtig angenehm war, denn so konnte ich mich auf das Wichtige konzentrieren: Die Landschaft und Umgebung! Fast so als möchte man mir sagen: Jessie, entspann dich! Alles wird gut! Also einfach richtig passend, nach der Nacht.

budapest-ungarn-bunterwegs-outdoor-reise-blog Wandern zwischen Budapest und Ócsa, Ungarn * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog mit Liebe zum Wandern und zur Street Art Wandern zwischen Budapest und Ócsa, Ungarn * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog mit Liebe zum Wandern und zur Street Art Wandern zwischen Budapest und Ócsa, Ungarn * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog mit Liebe zum Wandern und zur Street Art Jessie von BUNTERwegs * Wandern zwischen Budapest und Ócsa, Ungarn * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog mit Liebe zum Wandern und zur Street Art

Die ersten Stunden konnte ich mich aber gar nicht konzentrieren,. Hoffte ich doch nur, dass meine Mama gut ankommen wird. War ich froh, als die Nachricht kam – hatte sich sie vorher doch versucht anzurufen und nicht erreicht.

Unterwegs begegnete ich kaum jemanden: Nur zwei Mofa-Fahrern und einem Fahrrad-Fahrer.

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Am Zielort Ócsa sah es dann (glücklicherweise) wieder anders aus. Nachdem die rausgesuchte Unterkunft nicht mehr existierte und man mir an der anderen sagte, dass nichts mehr frei wäre, spielte ich schon wieder mit dem Gedanken wildzelten zu gehen.

Erst verbrachte ich eine Weile am Tesco – dem Internet wegen – um zu recherchieren. So wirklich hilfreich war das allerdings alles nicht. Das meiste so mind. 8 bis 10 km entfernt. Aber da muss ich durch. Doch bevor ich mich auf den Weg machte, wollte ich es noch an der Kirche im Ort versuchen. Dort war allerdings niemand aufzufinden. Daher wollte ich mich dann zurück zum Tesco machen, als mir unterwegs ein jüngerer Mann entgegen kam. Ich dachte nur: Naa, der wird hoffentlich englisch sprechen! Glück gehabt. Denn er sprach englisch. Was mir in dem Moment allerdings nicht weiter half, denn er verwies mich an die Unterkunft, die es nicht mehr gab. Also doch zurück zum Tesco.

Gerade als ich mich los machen wollte, lief er mir wieder über den Weg – vielmehr parkte er gerade auf dem Parkplatz des Tesco. Kurz darauf wollte er mit mir nochmal nach der Unterkunft gucken. Als er sah, dass diese tatsächlich nicht mehr exisitiert, machte er noch einen anderen Vorschlag. Ich willigte ein und so brachte er mich zu einem benachbarten Ort, in der Hoffnung, noch ein Zimmer zu bekommen. Glück gehabt. Alles geklappt!

Etwas irritiert war ich dann, als er mich eine Weile später via Facebook abschrieb. Was hab ich dem denn erzählt, dass er mich gefunden hat?, ging es mir durch den Kopf. Aber anscheinend waren die Infos „Jessie“ „Deutschland nach Nepal“ „Wandern“ ausreichend. Naja, er wollte wohl noch ein Foto mit mir haben – denn: Wann trifft man schon mal so jemanden? Recht kaputt, willigte ich dennoch ein.

 

09. August 2016

Ócsa – Örkeny
16,2 km

Heute war eine etwas kürzere Strecke geplant. Das war mir auch ganz recht, da mich der letzte Abend in Budapest immer noch etwas migenommen hat.

Eine Unterkunft hatte ich auch noch nicht, aber das machte mir hier gar nicht so viel aus. Geklappt hatte es bisher immer irgendwie. Aber immerhin eine Adresse.

Gegen 8 Uhr machte ich mich los, etwas später als normal. Da die Etappe aber auch nicht so lang wird, kein Problem. Zumindest hoffe ich, dass diese nicht zu lang wird.

Die Strecke selbst war ganz okay. Ich folgte einer Landstrasse und den letzten Kilometern wieder der einer Art Schnellstraße. War aber immer noch nicht so ganz bei der Sache.

Jessie wandert von Deutschland nach Nepal. Hier in Ungarn * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art

Am Zielort musste ich erstmal umplanen. Die Unterkunft gab es schon wieder nicht und der Ort war zu klein. Eine andere Unterkunft zu finden, wird also eine Herausforderung. Soll ich also noch 10 km weiter und doch versuchen hier etwas zu finden? Als ich leicht mit dem Fuß umknickte, entschied ich mich für Letzteres. Ich wollte es erst an der Kirche versuchen – dort war aber niemand aufzufinden. Dann ging ich in ein Restaurant, die wissen da ja manchmal etwas mehr. Dort wollte man mich aber erst 20 km weiter schicken. Als ich erklärte, was ich mache und dass das nicht möglich sei, wurde ich erstmal mit großen Augen angeschaut – aber es wurde weiter überlegt. Dem Herren fiel die Schule im Ort ein – die haben Schlafmöglichkeiten. Diese vergeben sie während der Ferienzeit auch an Besucher. Aber ist denn jetzt Ferienzeit? Mehr als mein Glück versuchen kann ich nicht.

Nachdem erstmal der Schulleiter angerufen werden musste, kam dann die freudige Nachricht: Ja ich kann hier übernachten. Die Wahl habe ich zwischen einem Bett und dem Zeltplatz. Für was hab ich mich wohl entschieden? Vielleicht hätte ich Wetten annehmen sollen??

Zelten in Örkeny * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art Zelten in Örkeny: Das Zelt Flylite von MSR * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art

Zudem hatte ich echt Glück, denn in der Schule war gerade so etwas wie ein Ferienspass. Es gab ein Programm mit Basteln, Töpfern und am Abend eine kleine Aufführung.

10. August 2016

Örkeny – Lajosmisze
16,1 km

Auch heute sollte die Strecke wieder etwas kürzer sein.

Nachdem ich also gestern echt Glück mit der Unterkunft hatte – und auch noch zwischen Bett und Zelt wählen konnte – machte ich mich nach dem Wecker-klingeln recht fix ans Einpacken. Regen war angekündigt und wollte ich doch ungern ein nasses Zelt einpacken.

Während ich meine Zähne putzte, liefen zwei Jungs durch das Schulgebäude und über den Zeltplatz und weckten die anderen mit Musik.

Gegen 7.30 Uhr machte ich mich dann pünktlich auf den Weg. Sollte es heute (mal wieder) nur an der Strasse lang gehen. Die ersten 10 km konnte ich glücklicherweise einen breiten Seitenstreifen nutzen, die letzten Kilometer dann einen Radweg.

Zwischen Örkeny and Lajosmisze, Ungarn * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art Zwischen Örkeny and Lajosmisze, Ungarn * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art

Kurz nach dem loslaufen, sah ich ein Schild mit „32 km bis Kecskemét“. Mein morgiges Ziel. Spielte ich doch erst mit dem Gedanken, direkt durch zu laufen. Am eigentlich geplanten Zielort (Lajosmizse) entschied ich mich allerdings doch dazu, es bei der kurzen Etappe zu belassen. Wollte ich doch etwas arbeiten.

Den ganzen Tag blieb es trocken und wurde sogar noch sonnig. Dafür soll es aber morgen regnen. Dabei ging mir heute noch durch den Kopf, was für ein Glück ich habe: Mit der Stecke. Mit den Unterkünften. Mit dem Wetter. Mit den Menschen.

Und dankbar dafür!

Warst du schon mal in Ungarn wandern? Oder allgemein schon mal Urlaub dort gemacht? Wie hat dir das Land gefallen? Erzähl mir davon und hinterlasse einen Kommentar!

 

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2 Kommentare

  1. Ist doch toll, wie sich alles irgendwie findet und Du am Ende eine Unterkunft findest. Auf, dass das bis zum Ende Deiner Reise so toll und noch besser klappt!

    • Ja da hast du allerdings recht :)
      Ich hoffe auch, dass mich das Glück in der Hinsicht nicht verlassen wird.

      LG,

      Jessie

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