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Tag 63 bis 65 von bunterwegs2nepal : Von Tarján nach Budapest

Ab hier ungefähr startet die Zeitrechnung, als ich mich in Ungarn verliebte.

Das Glück ist bisher stets an meiner Seite. Das Wetter meint es gut mit mir: Selbst an regnerischen Tagen, kann ich auf das Glück zählen (und so viel kann ich schon mal verraten: Es erwartet mich noch mehr Glück in Ungarn). Auch wenn es in Budapest einen kleinen Schockmoment gab (davon erfährst du aber erst im nächsten Artikel).

02. August 2016

Tarján nach Zsámbék
26,2 km

Die Unterkunft in Tarján war großartig, und so konnte ich gut erholt meine heutige Tagesetappe antreten. Gegen 7.30 Uhr machte ich mich also recht zeitig auf den Weg. Heute ging es wieder auf den Ungarischen Jakobsweg und was soll ich euch sagen? Das Wetter war mal wieder grandios. Die Landschaft ebenfalls.

Tarján startet gleich mit der traumhaften Landschaft * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art Tarján startet gleich mit der traumhaften Landschaft * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art

Die Strecke selbst hatte mir aber einiges abverlangt.

Unterwegs habe ich keine Menschenseele getroffen. Selbst die beiden kleineren Orte, durch die ich kam, waren eher verlassen. Ein wenig komisch ist das dann schon irgendwie.

Wandern auf dem Ungarischen Jakobsweg * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art Wandern auf dem Ungarischen Jakobsweg * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art

Naja. Umso dankbarer war ich an dem Tag für das Wetter. Es ging recht lange über  Feldwege, auf einem längeren Stück war nicht ein Baum, Haus oder Hütte zu entdecken. Wäre also bei Gewitter auf keinen Fall lustig geworden. Wobei Bäume bei Gewitter bekanntlich weniger sicher sind.

Wandern auf dem Ungarischen Jakobsweg * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art Wandern auf dem Ungarischen Jakobsweg * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art Wandern auf dem Ungarischen Jakobsweg * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art

Trotz des Glücks, hatte ich bei Kilometer 16 einen kleinen Hänger, sodass ich eine zweite Pause einlegte. Ich genoss einfach etwas die Sonne und die Ruhe (denn in dem kleinen Ort war, wie vorher erwähnt, irgendwie nichts los). Viele Fragen gehen mir durch den Kopf. Gedanken, die kommen und gehen.

Da ich irgendwie nicht mehr ganz so gut drauf war, wollte ich die letzten Kilometer schon an der Strasse zurück legen. „Scheiss aus Landschaft. Kann ich mich gerade eh nicht drauf konzentrieren. Hauptsache der direkteste Weg zum Ziel.“ ging es mir durch den Kopf. Unterwegs entschied ich mich dann aber kurzentschlossen doch dazu, weiterhin dem Ungarischen Jakobsweg zu folgen. „Sind nur zwei Kilometer mehr, und bisher war er so grandios. Let’s go!

Was für ein letzter Abschnitt

Das letzte Stück war dann aber nochmal eine echte Herausforderung und ein kleines Abenteuer für sich.

Erst wurde der Weg einfach nur recht schwer zu begehen, da alles sehr zugewachsen war. Glücklicherweise konnte ich auf das Feld ausweichen.

Wandern auf dem Ungarischen Jakobsweg * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art Wandern auf dem Ungarischen Jakobsweg * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art

Unterwegs war ich schon voller Klett-Dornen-Zeug und, mit der Laune zuvor, gut bedient. Irgendwann sollte es links einen Weg geben, doch „Wo zur Hölle soll hier ein Weg sein? Da ist Zaun und unzugängliches Gestrüpp?“ Da ich nichts gefunden hatte, im Gras aber schon Spuren entdeckte (das Gras war platt gedrückt), dachte ich, dass es dann wohl einen anderen Weg geben wird. Doch plötzlich stand ich vor einem Sonnenblumenfeld. Drumherum gehen wären nochmal einige Kilometer mehr gewesen. Den Spuren zu beurteilen, geht es wohl auch mittendurch. Na dann! Also was dazu sagen kann: Ein Sonnenblumenfeld sieht von weitem besser aus, als wenn man da durch muss. Was sind die steif und teilweise kratzig!

Mitten im Sonnenblumenfeld * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog mit Liebe zum Wandern und zur Street Art kurz vor Zsámbék, Ungarn muss ich mich durch ein Sonnenblumenfesl kämpfen * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog mit Liebe zum Wandern und zur Street Art

Endlich geschafft. Dachte ich. PAH! Schrie es mir direkt ins Gesicht: Denn ich stand auf einem wildbewachsenen Feld, das kommplett eingezäunt war. Den Spuren nach zu urteilen, müssen da trotzdem schon mal Leute durchgestapft sein. Ein Funken Hoffnung bleibt also bestehen. Je weiter ich mich jedoch durch das Feld kämpfe, desto weniger wurde dieser Funken.

Den ganzen scheiss Weg wieder zurück? What the fuck!

Doch plötzlich stand auf der anderen Seite des Zauns ein Imker, der mich glücklicherweise auch entdeckte. Und noch glücklicher war ich, als er sogar etwas englisch sprechen konnte. Der nette Herr lotste mich dann zu einem Loch im Zaun, durch das ich über eine Pfirsich-Plantage dann wieder auf den eigentlich Weg zurück kam. Den Dornen in meinem Beinen nach zu beurteilen, war der Tag dann aber auch für ich durch.

Ich war echt froh, dass ich an dem Tag eine lange Hose angezogen hatte. Ansonsten wäre ich vermutlich auch noch bei einem Arzt gelandet, da die Beine sonst total zerkratzt und mit Dornen übersät gewesen wären.

Als ich in Zsámbék ankam, musste erst noch eine Unterkunft gesucht werden. An der rausgesuchten Unterkunft war leider niemand da, und das ungarische Handyproblem bestand immer noch. Daher ging ich erstmal zu der Touristen Information. Vielleicht kennen die ja noch andere Unterkünfte. Oder wissen, ob das deutsche Gemeinschaftshaus wirklich etwas zum Schlafen anbietet. Über das deutsche Gemeinschaftshaus wüssten sie nichts; suchten mit aber netterweise (nochmal) die Nummer raus. Ich solle es aber mal bei einer Pension etwas weiter im Ort versuchen. Etwas erledigt von dem Tag, ging ich also erstmal dorthin. Irgendwie schnallte mein Hirn in dem Moment noch nicht so schnell.

An der Unterkunft wurde mir erstmal ein Nein entgegengeschmettert, also zurück zu der Touristen Information. Dort fing mein Gehirn dann auch mal wieder an zu arbeiten: Ob die nicht mal für mich bei dem deutschen Gemeindehaus anrufen könnten. Gefragt, getan. Innerhalb von 10 Minuten war dann der nette Herr von dem Gemeindehaus da.

Ich sah, von den Dornen und dem Feld, zwar aus, wie der letzte Penner, aber das war jetzt auch egal (Ich hatte einfach überall Dornen oder ähnlichen Kram hängen).

Jessie von BUNTERwegs wandert auf dem Ungarischen Jakobswegs * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art

03. August 2016

Zsámbék- Budapest
30,5 km

Nach dieser Etappe hätte die Nacht nicht erholsamer sein können. Da jedoch gute 30 km vor mir lagen, machte ich mich schon recht früh auf den Weg: So gegen 6.30 Uhr.

Die ersten 8 km nach Páty machten mir schon zu schaffen. Nicht wegen der Strecke, sondern wegen mir selbst: Irgendwie hängen die Gedanken noch in meinem Kopf. Die nächsten 8 bis Budakeszi sollte nicht besser werden. Vielleicht machte mir der Asphlat aber auch einfach zu schaffen. Auf Straßen laufen macht sich eben bemerkbar. Aber vielleicht war auch einfach nur ein Pausentag an der Reihe (im Fall von Budapest auch ein paar mehr).

Zwischen Zsámbek und Budapest * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art Zwischen Zsámbek und Budapest * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art

Da es wieder so wahnsinnig warm war, gönnte ich mir in Budakeszi um halb 12 erstmal ein Radler (Grapefruit). Wie sich das eben so gehört. Zudem frohlockte mich ein Schild mit „Budapest 2km“. Dass die Strecke aber erst ab jetzt anstrengend werden würde, sagte mir keiner. Es ging lange (sehr lange) rauf. Erst ein Strassenstück, und den restlichen Weg bis Budapest dann Wald. Abgesehen von den Mücken, die einem ständig vor dem Gesicht rumfliegen und am Ohr rumsummen, auch alles halb so wild. Sichtlich kaputt, aber glücklich, dass meine Füße am Ende noch Waldboden zu spüren bekamen. Ich wurde ebenfalls mir einer tollen Aussicht auf Budapest belohnt.

Zwischen Zsambek and Budapest, Ungarn * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art Budapest, Ungarn * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art

Ab Budapest ging es dann nur noch bergab – auch nicht gerade entspannt, aber gefreut hat es mich dennoch. Immerhin musste ich noch gute 10 km durch Budapest zum Hostel laufen. Die Füße danken es mir heute allerdings nicht.

Nun wird in Budapest aber erstmal ein Weilchen pausiert. Arbeiten, die weitere Strecke planen und meine Mama zu Besuch bekommen.

04. August 2016

Budapest
Zero Day

Selbst heute schmerzten die Füße noch. Also habe ich mir vorgenommen, nicht so viel zu laufen. Der Plan ging allerdings nicht auf, wie sich nachher herausstellen sollte.

Wollte ich doch noch in die Stadt, wegen Wanderkarten und Imprägnierspray schauen. Doch vorher ertsmal arbeiten. Die Konzentration war allerdings etwas im Keller, da aus der Heimat ziemlich traurige Nachrichten kamen.

Naja. Auf der Suche nach einer Bücherei bin ich dann am Ende einmal quer duch die Stadt gelaufen – und das auch noch umsonst. Fündig bin ich nämlich auch hier nicht geworden. Ungarn scheint mir nicht so das wanderbegeisterte Land zu sein. Verstehe ich gar nicht.

Die Freiheitsbrücke (Szabadság híd) in Budapest, Ungarn * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art DIe Donau in Budapest, Ungarn * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art Die Freiheitsbrücke (Szabadság híd) in Budapest, Ungarn * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art

Voller Enttäuschung vergaß ich völlig das Imprägnierspray und gönnte mir bei Starbucks erstmal einen großen Caramel Latte.

DIe Donau in Budapest, Ungarn * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art

Ansonsten war der erste Eindruck von Budapest aber schon mal grandios, und ich freute mich schon darauf, diese Stadt in den nächsten Tagen mit meiner Mama entdecken zu können. Nur Schade, dass mein Freund nicht dabei war. Dem hätte das defintiv auch gut gefallen.

Diese Woche war ein kleines Abenteuer, aber ich habe es bis Budapest geschafft: Warst du schon mal in Budapest? Hat dir die Stadt gefallen? Erzähl uns davon in den Kommentaren!

 

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2 Kommentare

  1. Claudia sagt

    Toll geschrieben. Da hab ich ja so richtig mitgefiebert, ob Du wieder zurück musst – oder nicht. Doch am Ende bist Du ja gut in Budapest angekommen. Naja, oder auch nicht, wenn ich so an den angekündigten Schockmoment denke…

    • Danke dir für deinen Kommentar :)
      Ja war wirklich schon am verzweifeln, ob ich nochmal zurück muss!

      Da gab es auch einen Moment im Feld – da hätte ich gerne einfach nur laut geschrien ;)
      aber da ist ja nochmal alles gut gegangen!

      Ach doch, Budapest war grandios und bin dort auch gut angekommen! Der letzte Abend war dann eher ein Schockmoment …

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