Reisen
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Bevorzugte Art des Reisens – Auf eigene Faust oder doch lieber organisierte Reisen?

Der Trip von Kalkutta bis Delhi kam durch eine Kooperation mit Entdeck die Welt zustande. 

Jeder hat andere Vorzüge was die Art des Reisen, der Unterkunft oder der Aktivitätsgestaltung angeht.

Ich bin da ja eher so der Freestyler und plane weniger. Ich mag es günstig unterwegs zu sein – ohne viel Luxus. Lieber mittendrin (in dem Land und der Kultur) statt nur dabei. Bezüglich Indien war ich dann allerdings doch ein wenig anderer Meinung.

Bevor sich die Option ergab nach Indien zu fliegen, gab es schon viele Schreckensmeldungen aus „Incredible India“ – und es gibt sie immer noch.

Der Flug und das Visum schon in der Tasche. Das ich nach 3 Monaten Kalkutta noch 16 Tage zur Verfügung habe war also schon fix. Das ich nach 3 Monaten an einem Ort auf jeden Fall noch was anderes bzw mehr von Indien sehen wollte war mir auch von Anfang an bewusst. Also stellte ich mir die Frage wie ich diese 16 Tage verbringen möchte.

Nur das „Wie willst du durch Indien reisen“ war ständig in meinem Kopf.

Auch für erprobte allein-reisende Frau ist Indien sicherlich kein einfaches Land.

Jeder sagt dir: Geh da nicht allein hin. Und da auch nicht. Und da würde ich auch nicht …. Du wirst von vielen Ecken angestarrt. Die Inder machen auch keine Anstalten dies irgendwie zu verbergen. Nein. Geradewegs und ab dafür.

Das kann dann auch schon mal ein wenig gruselig sein. Gerade wenn du weit und breit keinen andere Weißhaut zu Gesicht bekommst.

Daher war ich echt froh als eine Anfrage für eine Kooperation von Entdeck die Welt in mein Email-Fach flatterte!

Entdeck die Welt kooperiert mit BUNTERwegs

Gerade für Indien war ich eh auf der Suche nach einer Reiseagentur. Oder zumindest nach etwas wo ich 2 Wochen unterkomme (eine andere Idee war es auch in einem Ayuveda-Retreat zu gastieren und dort einen Einblick in die Arbeit zu bekommen). Aber der eigentliche Wunsch war es in den 16 Tagen von Kalkutta bis Dehli zu Reisen. Und das am liebsten über Land.

Mulmig war mir bei dem Gedanken schon etwas. Zug fahren? Ist das sicher? Was sagen andere Frauen, die schon in Indien Zug gefahren sind? In der Facebook-Gruppe „Frauen reisen solo“ holte ich mir dann ein paar Tipps und Eindrücke! Unter anderem kam hauptsächlich dieser Kommentar zur Zugfahrt: „Inder starrten und holten sich gleichzeitig einen runter“ … Naja wenn das alles ist.

In jedem Fall sollte es individuell gestaltbar sein.

Hier nun aber die Vor- und Nachteile einer organisierten Reise auf einen Blick:

VORTEILE einer organisierten Reise

1. Reiseagenturen bei denen man Reisebausteine aussuchen kann, sind (bedingt) individuell anpassbar.

Man schlug mit eine Route vor. Da ich die Strecke zwischen Kalkutta und Delhi aber auf jeden Fall – oder hauptsächlich – über Land machen wollte, wurde die Route daraufhin nochmal angepasst und optimiert. Auch der Wunsch verschiedene Fortbewegungsmittel „zu testen“ wurde berücksichtigt.

Du kannst die Reisebausteine einzeln kombinieren und Details eines Reisebausteines gegebenfalls individuell anpassen.

Sogar vor Ort kann man seine Reise (sein Programm) hier & da noch anpassen.

Du musst nicht stumpf die vorgebene Reihenfolge der Sehenswürdigkeiten/Touren abhandeln – du kannst z.B. den Tag lieber zu dem einen Ort fahren und den anderen Programmpunkt dann später oder vielleicht sogar erst am nächsten Tag machen. Es kommt natürlich auch immer auf die Route und die Zeiten oder den Tag an.

Einige Bauwerke sind z.B. Montags geschlossen oder nur bis zu einer gewissen Uhrzeit für Touristen geöffnet.

2. Du hast trotzdem genug Zeit für dich & für eigene Erkundungen

Du kannst deinen Tagesablauf relativ frei gestalten – also ob du wirklich den ganzen Tag mit dem Guide unterwegs sein möchtest oder nicht. Was allerdings auch von den Reisebausteinen abhängig ist.

Aber wie vollgepackt dein Programm auch ist, du wirst sicherlich genug Zeit finden auch mal auf eigene Faust losziehen zu können. So kannst du z.B. kinderleicht antesten, ob das alleine Reisen wirklich etwas für dich ist.

Denn was du auf jeden Fall musst: alleine zum Frühstück. Und auch mittags und abends wirst du alleine speisen.

Was ist denn bitte besser als Solo-Reisen „auf Zeit“ antesten, während man auf Reisen ist? Die Gewissheit, dass am nächsten Tag oder ab einer gewissen Uhrzeit jemand auf dich warten wird, kann schon beruhigen.

3. Kein Selfie-Wahn

Du hast jemanden der Fotos machen kann. Von dir. Von dem Event.

In Varanasi z.B. konnt ich so entspannt die Aarti Zeremonie ansehen, während der Guide von sich aus meine Kamera schnappte und Fotos machte.

04_varanasi-indien-aarti-bunterwegs

4. Du musst an fast nichts denken

Abgesehen vom Visum & des Packens deines Koffers, wirst du bei einer organisierten Reisen fast rundum versorgt.

Der Flug kann über die Agentur gebucht werden. Fahrer / Guides sind im Paket enthalten. Du musst Hotels / Hostels nicht selbst suchen. Du weißt also vorher schon, wo du immer schlafen wirst. Du musst dir keine Gedanken über Sehenswürdigkeiten und Transportmöglichkeiten machen.

Außer du möchtest außerhalb deines Programmes noch etwas anderes sehen. Dann ist ein wenig Planung nicht schlecht. Aber auch dafür kannst du ggf bei der Agentur oder vor Ort, in einem Hotel, nachfragen.

Die Kommunikation mit der Agentur aus Deutschland als auch vor Ort war hervorragend und bei Fragen/Problemen wurde sofort eine Lösung gefunden.

5. Gerade als Frau hat das organisierte Reisen einen großen Vorteil: du bist nicht komplett allein unterwegs.

Du hast niemanden gefunden, der mit dir verrreisen möchte? Oder möchtest vielleicht sogar mal ganz allein verreisen, hast aber doch irgendwie Angst davor?

Man holt dich vom Flughafen ab – egal ob du den Flug über die Agentur gebucht hast oder nicht. Du wirst zu deinem Hotel gefahren. Du wirst zu den Sehenswürdigkeiten gefahren. Du hast jemanden an deiner Seite, der die Spache und die Gegend kennt. Man hilft dir ggf. dabei Geld zu tauschen, Wasser zu besorgen … oder was auch immer du benötigst.

Sowohl der Guide als auch der Fahrer sind aber nicht deine Kindermädchen. Du musst schon selbst zusehen, dass du nicht verloren gehst – aber du hast ja auch einen Mund. Es ist deine Reise. Deine Zeit und dein Geld. Wenn du stehen bleiben willst. Sag Bescheid. Wenn du ein Foto machen willst, sag kurz Bescheid. Gerade in Indiens vollen Strassen kann man sonst schnell den Anschluss verlieren.

Jede Sonnenseite hat aber auch ihre Schattenseiten:

Die Nachteile einer organisierten Reise

01. Zeitlich nicht so flexibel

Du bist an Termine mit dem Guide gebunden. Oder mit dem Fahrer.

Du kannst an Sehenswürdigkeiten nicht so lange verweilen, wie dir vielleicht lieb ist. Der Guide hat ein bestimmtes Stunden-Pensum, dass er meist einhält. Klar ist dabei auch Zeit für Fotos u.ä. bedacht, aber mal eine halbe Stunde hinsetzen und die Gegend beobachten ist weniger möglich.

Anmerkung dazu:
Allerdings war Indien nun auch ziemlich speziell und ich würde keinem raten hier selbst Auto zu fahren. Aber es gibt auch Länder, da ist es durchaus möglich selbst mit dem eigenen Mietwagen die Gegend zu erkunden. Was dir natürlich erheblich Vorteile bringt. Du kannst selbst Sachen erkunden und bist zeitlich nicht so eingeschränkt bzw. nicht die ganze Zeit an Termine gebunden.

02. Gegebenfalls höhere Kosten

Wenn du zu ängstlich bist allein raus zu gehen … oder das Hotel zu abgelegen ist, bist du leider auf den Serivce im Hotel angewiesen. Sowohl das Essen als auch Getränke oder Internet können dann ziemlich ins Geld gehen.

03. Man wird nur begrenzt individuell ein Land kennenlernen/ entdecken

Außer du löcherst den Fahrer unterwegs mit Fragen oder hast das Glück, dass die Reiseagentur auch eine Art Homestays zur Verfügung stellt (und nicht nur stumpf Hotels).

Es kommt natürlich auch auf deine Erwartungen an die Reise an.

 04. Man wird nicht von „Touristen-Abzocken“ verschont

Eine Reiseagentur hat nicht alles unter Kontrolle und ist auf die Mitarbeiter vor Ort angewiesen. Je nach Land kann man dann auch mal in die klassischen Abzock-Fallen gelockt werden.

Die Guides oder Fahrer versuchen das Ganze auch schön zu verpacken: „Möchtest du sehen wie die Kunst von „dem und dem Bauwerk“ gemacht wurde?“ oder „Willst du das Handwerk gezeigt bekommen?„, „Ich habe Hunger und würde gerne hier halten. Ihr könnt ja in der Zeit da shoppen gehen und in dem Café was trinken„.

Die wahre Absicht ist aber schnell ersichtlich: man bekommt nur 1 oder 2 Minuten was von der Kunst „gezeigt“ und sitzt schneller im Laden als man gucken kann. Oder aber ein paar Minuten später wird an dem gleichen Café ein Bus voller Touristen abgeladen.

Jedoch sollte man gerade wenn man über eine Agentur bucht doch von sowas verschont bleiben, oder?

Wenn man so etwas aber vorher schon weiß, kann man bei gegebener Situation direkt sagen „Nein. Dank. Kein Interesse“ und alles ist top!

Fazit*

Abgesehen von kleine Dingen (also der Abzock-Fallen und das Zeitlimit) war ich wirklich begeistert und positiv überrascht. Man kann so auch von Land zu Land oder von Stadt zu Stadt entscheiden, ob man auf eigene Faust reisen möchte oder ob man doch lieber anderen das Planen überlässt.

Wer nicht nur einen Pauschal-Hotel-Urlaub plant, aber auch kein Backpacker ist, für den sind organisierte Reisen auf jeden Fall eine schöne Möglichkeit und eine gute Empfehlung. Du musst dich wenig um organisatorische Dinge kümmern. Kommst in guten Hotels unter. Du bekommst ebenso vor Ort Hilfe – sei es am Flughafen, beim Geld wechseln oder der täglichen Ration Wasser.

Auch wenn du gerade anfängst die Welt allein entdecken, aber noch unsicher bist, würde ich dir organisierte Reisen empfehlen. Oft hält einen ja dann die Ansgt zurück und man ist einfach ein wenig überfordert. An was muss ich alles denken? Ist es überhaupt sicher so allein? Ist es allgemein überhaupt etwas für mich, alleine unterwegs zu sein? Fragen, die du bei einer organisierten Tour in Ruhe erörtern kannst.

Dennoch solltest du je nach Reiseziel auch bei organiserten Reisen die Augen offen halten und abwägen, ob es sich lohnt. Denn teurer als klassisches Backpacken ist es hier und da defintiv.

Meine Eindrücke und Meinungen sind meine eigenen und wurden in KEINSTER WEISE durch Entdeck die Welt oder andere beeinflusst!

 

2 Kommentare

  1. Für mich gibt es da keine Frage. Selbst organisieren! Ich verlasse mich ungern darauf, dass andere das schon richtig buchen werden und kann beim selbst organisierten Reisen flexibel reagieren. Allerdings muss das jeder für sich selbst herausfinden und auch ich habe mich schrittweise herangetastet und habe mich bisher meist auf Länder beschränkt in denen ich zumindest ein paar Worte in der Landessprache kann.
    Aber ich kann jedem nur empfehlen es mal auszuprobieren, vielleicht wird das dann der Urlaub, der alles ändert ;-)

    • :)

      Ja ich bin auch lieber für das „selbst organisieren“, aber es gibt Frauen, die haben einfach Angst und fühlen sich dann sicherer – gerade auch unter dem Aspekt, dass die dann nicht komplett allein unterwegs sind. Gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit! Gerade für ältere Damen vielleicht nochmal eine Alternative, um auch doch mal allein zu verrreisen (ich denk da an Personen wie meine Mutter).

      Aber allein zu verreisen und selbst organisieren empfehle ich auf jeden Fall auch jedem! Hilfe kann man sich immer noch holen!

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