Indien
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Indien* Wo die Zeit nur wieder geblieben ist?

Wer kennt das nicht? Erst denkt man was für eine lange Zeit und dann gehen die letzten Wochen schneller rum als man gucken kann. So ging es mir auch den letzten Monat. Da denkt man sich noch 4 Wochen wären noch eine Weile und dann sind diese Ruckzuck vorbei.

Wenn ich so darüber nachdenken komme ich erst jetzt so richtig in dem Chaos hier an. Kalkutta ist laut. Stressig. Anstrengend. Der indische Sommer bescherte mir dazu auch noch eine gewaltige Hitze.

Mein Zimmer im Hostel lag direkt an der Strasse und war zudem nur mit einem Ventilator ausgestattet. Also nicht so optimal um mal wirklich Ruhe zu finden. Und auch nicht optimal um bei 30 Grad-heißen Nächten Schlaf zu finden. Nicht mal nackt schlafen hätte da Abhilfe geschaffen.

Etwas zu unternehmen war für mich alleine fast unmöglich. Abends bzw. nachts wird einem allgemein ja eh abgeraten als Frau allein unterwegs zu sein, aber auch tagsüber wurde mir von den Leuten im Büro abgeraten den einen oder anderen Orten allein zu besichtigen. Da war man abgesehen von den Arbeitszeiten schon ziemlich eingeschränkt. Und mein Glück auf die Probe stellen wollte ich nun auch nicht wirklich. Die Nachrichten und Geschichten begleiten einen dann unbewusst doch ständig.

Die Arbeit erschwerte es mir zudem Leute kennenzulernen. Jemanden zu haben mit dem man wirklich mal reden konnte, geschweige denn etwas mit ihnen zu unternehmen. Und wenn man andere Gäste im Hostel waren, waren sich nach ein paar Tagen auch schon wieder fort. Abgesehen von der Französin. Aber auch dann war nur der Sonntag übrig.

Aber auch die Atmosphäre der Stadt allgemein ist ziemlich anstrengend. Zumindest für uns.  Sicherlich hatten wir auch unsere tollen Momente und richtig ruhige Seiten der Stadt hab ich auch entdeckt!

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Indien ist ein lautes Land. Fast rund um die Uhr hört man hupende Autos. Ständig sind Menschen unterwegs. Man kommt kaum zur Ruhe – auch wenn man es gerne wollte. Die Inder werden eher nervös, wenn es mal ruhiger wird. Für uns fast unvorstellbar – andersrum für sie genauso.

Inder sind totale Familien-Menschen und in Mittelklasse-Restaurants geht es dann hoch her, wenn mehrere Familien auf einen Fleck vorzufinden sind. Eine Atmosphäre die ich nur schwer beschreiben kann, aber wenn es so laut in einem deutschen Restaurant wäre würde man denken, dass es Stress oder ein Problem gibt. Am besten lässt sich die Atmosphäre vielleicht mit Autobahn-Raststätten vergleichen. Viele Menschen. Und alle sind irgendwie in Bewegung. Für mich war es eher amüsant als störend.

Eine Familie allein kann aber schon recht laut sein. Die Geräusche aus dem Apartment im 3. oder 4. Stock sind dann schon mal bis auf die Strasse zu hören.

Wenn du aber nach 2 Monaten kaum einen Tag wirklich dazu kommst zu entspannen. Dir eh schon viel durch den Kopf geht, du aber nicht wirklich mit jemanden reden kannst. Ja. Dann kann dir die ständige Beobachtung der Inder auch schon mal gehörig auf den Senkel gehen. Die ständige Geräuschkulisse auch.

Und doch glaube ich wird mir genau das fehlen, wenn ich wieder in Deutschland bin!

Abgesehen davon verlief das Design-Projekt für mich nicht wie erwartet. Dieser Umstand nagte natürlich zusätzlich noch an meinem Selbstbewusstsein und an meinen Nerven. Es machte mich sogar richtig unglücklich.

Das Positive daraus ist aber: ich weiß nun 100%-ig das ich freiberuflich arbeiten will. Das ich keinen stumpfen Tagesablauf nachgehen möchte. Das ich nicht für die Träume anderer arbeiten möchte.

Und egal wo auf der Welt du arbeitest .. wenn du nicht für einen 9-6 Job gemacht bist, dann bist du dafür nicht gemacht!

Die Umstände allgemein waren nicht so optimal um die Stadt in vollen Zügen genießen zu können. Leider. Aber sie hat ihre tollen Seiten! Sie hat für jeden was zu bieten und ist auf jeden Fall einen Besuch wert!

Dennoch freue ich mich nun darauf noch andere Städte, Menschen und Bräuche von Indien kennenzulernen!

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