Bulgarien, Wandern
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Bulgarien: Ein paar Tage in der Region Kardzhali unterwegs

[enthält Werbung] Als die Einladung zu einer Pressereise durch Bulgarien in mein E-Mail-Fach flatterte, zögerte ich nicht lange und sagte zu.

Bulgarien war auf meiner Wanderung mit eines der freundlichsten Länder bisher, aber auch eines der prägendsten:

Nach einer schweren Zeit in Rumänien begeisterte Bulgarien mich direkt in den ersten Tagen mit purer Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft; Ich erreichte hier zum ersten Mal das Schwarze Meer; Hier ging meine Festplatte mit 4 Monaten Video- und Fotomaterial kaputt; Ich verbrachte 2 Tage mit dem bulgarischen Militär; … .

Werbehinweis: Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Tourismus von Bulgarien und enthält daher Werbung für ausgewählte Reiseziele & Sehenswürdigkeiten.

Relativ früh ging es für mich am Montag morgen los: Um 3 Uhr musste ich aufstehen, um 6 Uhr ging der Flug. Nach meinem verpassten Flug letztes Jahr zum Iran war ich da etwas „vorbelastet“.

Entspannter Flug und ankommen in Sofia, Bulgarien

Nach einem entspannten Flug von Düsseldorf über Frankfurt nach Sofia, kam ich relativ früh an. Schnell Geld umtauschen, dann ging es mit der Metro ins Stadtzentrum. Die Fahrt dauerte circa 20 Minuten und kostet umgerechnet nur 80 Cent. (Übrigens: Egal wohin man in Sofia möchte.)

An der Station Serdika wartete dann Nikola auf mich, der Mitarbeiter vom Ministerium für Tourismus, der mich die Woche begleitete. Ich war gespannt, wer da auf mich warten wird: Immerhin musste ich eine Woche mit ihm zurecht kommen.

Von der Station aus gingen wir erst Mal zum Hotel. Da konnte ich einchecken und mein Gepäck ablegen. Hier erfuhr ich auch, dass ich die Woche allein unterwegs sein werde – abgesehen von Nikola und den Guides. Zeit zum Ausruhen gab es dennoch erst Mal nicht, denn von hier ging es erst direkt zum Ministerium für Tourismus. Den Vertrag schnell noch einmal persönlich unterschreiben. Das nahm allerdings mehr Zeit in Anspruch, da wir eine Weile warten mussten.

Danach ging es zurück zum Hotel „Arte“*, wo ich mich für ein paar Stunden hinlegte. Die Nacht war doch recht kurz und ich damit total kaputt.

Ich war ja durch meine Wanderung Richtung Nepal vorher schon mal eine ganze Weile in Bulgarien, und habe mich einfach direkt in das Land und die Leute verliebt. Da ich am Schwarzen Meer entlang gelaufen bin, hatte ich damals einen Abstecher mit dem Zug nach Sofia gemacht (die Stadt kannte ich vorher schon und hatte mich daher dann für die Route entlang des Schwarzen Meeres entschieden).

Worauf ich aber eigentlich hinaus möchte: Damals habe ich einen echt leckeren Burger und Karottenkuchen gefunden, die ichauch dieses Mal gerne als Dinner verspeisen wollte. Den Karottenkuchen gab es allerdings nicht mehr, und der Burgerladen war auch etwas eigenartig.

So ging ich zu einem anderen Laden ein paar Meter weiter, dessen Burger nicht weniger lecker war.

Mit dem Bus Richtung Kardzhali

Am nächsten morgen ging es ganz entspannt vom Hotel los zur Busstation. Diese befindet sich neben dem Hauptbahnhof, und ist mit der Metro ganz einfach zu erreichen (circa 2 bis 3 Stationen). Vom Stadtzentrum aus braucht man circa 20 bis 30 Minuten zu Fuß (Ja, ich schaue tatsächlich immer erst, wie weit etwas zu Fuß entfernt ist, um gegebenfalls dahin zu laufen. Zudem ist meine Funktion auf Google Maps standardmäßig auf „Zu Fuß“ gestellt).

Die Busse fahren regelmäßig in alle Richtungen Bulgariens. Wir nahmen den Bus um 10.30 Uhr, die Fahrt dauert 4 Stunden nach Kardzhali und kostet 22 Bulgarische Lew (umgerechnet circa 11 Euro). (Stand Juni 2019)

Ich fand es tatsächlich richtig gut, dass wir mit dem Bus unterwegs waren. Denn genauso würde ich ja auch allein unterwegs sein.

Die Fahrt verlief ohne große Vorkommnisse und so waren wir pünktlich um 14.30 Uhr in Kardzhali. Hier wartete schon unser Fahrer, der uns die nächsten Tage begleiten wird.

Für die Woche wurde uns ein Auto zur Verfügung gestellt, ansonsten wäre es doch etwas kompliziert gewesen, die ganzen Sehenswürdigkeiten und Plätze zu erreichen.

Wir fuhren circa 20 Minuten von Kardzhali nach Mudrets, wo wir in einem Guesthouse untergebacht waren.

Wir checkten ein und trafen uns dann zum Mittag wieder.

Die Inhaber kommen aus der Türkei, und somit gab es auch türkische Gerichte.

Als Nachtisch gab es nichts geringeres als Baklava.

Baklava ist ein in Zuckersirup eingelegtes Gebäck aus Blätter- oder Filoteig, gefüllt mit gehackten Walnüssen, Mandeln oder Pistazien. Es gehört im gesamten Nahen Osten und auf der Balkanhalbinsel zum traditionellen Gebäck und begleitete mich schon monatelang auf meiner Wanderung.

Perperikon, Stone Mushrooms und eine Mineralquelle

Mittlerweile ist auch unser Guide zu uns gestoßen, und so konnten wir gegen Nachmittag dann endlich los.

Die erste Station war Perperikon.

Perperikon ist eine der ältesten monumentalen Megalithbauten, die vollständig in die Felsen gehauen wurden. Dieser archäologischer Komplex war bereits in der Steinzeit ein Felsenheiligtum – hauptsächlich bei den Thrakern – dessen Überreste teilweise heute noch erhalten sind (also die der Felsstadt, nicht der Thraker).

Ein großer Komplex, den man zu Fuß begehen und die einzelnen Gebäude zum Teil heute noch erahnen kann.

Danach machten wir uns auf den Weg zu den Stone Mushrooms.

Die Felsformationen haben die Form natürlicher Pilze – ihre Stiele sind rosa und die Kappen grün. Sie bestehen aus Rhyolith-Vulkantuffen, die das Ergebnis intensiver vulkanischer Unterwasseraktivität sind und auf das Paläozän zurückgehen. Nach dem Meeresentzug und dem stetigen Anstieg des Meeresbodens wurde der Einfluss der Erosion sichtbar.

In der Nähe der Steinpilze befindet sich eine Zeolith-Wasserquelle. Die Quelle entspringt aus 90 m Tiefe und der Verzehr des Wassers wirkt sich positiv auf Probleme im Zusammenhang mit dem Herz-Kreislauf-System aus.

An der Quelle angekommen, war dort ein bulgarisches Pärchen, die sich gerade unendlich viele Kanister Wasser abfüllten. Die Jungs erzählten mir, dass die Leute hier normalerweise Schlange stehen um sich das mineralisierte Wasser abzufüllen.

Aber vermutlich war ihnen das Wetter zu schlecht: Es regnete und gewitterte immer wieder mal.

Was das Wasser so besonders macht?
Das Wasser ist mit dem Naturmineral Zeolith versetzt. Das Mineral gelangt durch die Berge, durch die das Wasser fliesst, in das Wasser (logisch, oder?).

Zeolith wird nachgesagt, dass es sich positiv und entgiftend auf den Körper auswirkt.

Nach der Quelle machten wir uns zurück zum Guesthouse.

Ein langer Tag steht bevor: Stone Wedding, Devil’s Bridge, Orlovi Skali, der Fluss Arda & die Utroba Höhle

Am zweiten Tag ging es recht entspannt los.

Wir besuchten das Städtisches Museum für Geschichte Kardzhali und die Stone Wedding (Steinhochzeit).

Den wissenschaftlichen Hypothesen zufolge begann sich die Steinhochzeit vor 40 Milliarden Jahren aufgrund der vulkanischen Aktivität unter Wasser zu bilden, die die Rhyolithfelsen bildete. Später, nachdem das Meer zurückgegangen war, waren die Felsen Regen, Wind und Sonne ausgesetzt, die sie zu ihrer gegenwärtigen Form formten. Verschiedene Mineralien im Gestein sind der Grund für die Vielfalt der Farben und Schattierungen der Gesteine.

Allerdings existieren auch einige Sagen rund um die Steinformation.

Den Namen bekam die Felsformationen aufgrund der Tatsache, dass diese wie Menschen aussehen, die an einem Ort versammelt haben.

Am Nachmittag fuhren wir nach Ardino, wo wir eine Nacht verbrachten.
Hier verabschiedeten sich die beiden Jungs von uns, und wir bekamen einen neuen Guide für den Tag.

Bevor es allerdings los ging, checkten wir im Hotel ein. Auf dem Zimmer angekommen, wollte ich aus irgendeinem Grund nochmal hinaus. Nikola stand noch vor der Tür, und ich bekam die Tür einfach nicht auf. Er rüttelte ebenfalls von außen, doch nichts tat sich. Kurz darauf holte er den Rezeptionisten, der die Tür im ersten Moment auch nicht aufbekommen hatte.

Nach ein paar Minuten klappte es dann aber doch. Der Trick war es einfach, die Tür vor dem aufschließen nach innen zu drücken. (Da muss man auch erst mal drauf kommen.)

Baniza – Bulgarische Blätterteigtaschen: Gefüllt mit Schafskäse oder Hack.

Dann ging es auch schon weiter. Mit unserem neuen Guide ging es zur Teufelsbrücke / Devil’s Bridge (Dyavolski most).

Die Brücke wurde zwischen 1515 und 1518 vom Baumeister Dimitar aus dem heutigen Dorf Nedelino auf den Überresten einer alten römischen Brücke erbaut, die die Ägäisregion über den Makaza-Pass mit dem nordthrakischen Tal verbindet. Eine Geschichte ist, dass die Frau des Bauherrn während des Baus verstarb, sodass ihr Schatten in der Struktur eingeschlossen war. Eine andere Geschichte besagt, dass der Fußabdruck des Teufels neben dem Fluss gefunden werden kann.

Danach fuhren wir zum thrakische Heiligtum „Orlovi Skali“ / „Eagle Rocks“.

Orlovi Skali sind eine Gruppe von Vulkangesteinen (Rheolithe und Tracheolithe). Die Höhe der Felsen erreicht 25 m vom umliegenden Gelände. Auf dem markantesten Felsen des Massivs befinden sich mehr als 100 trapezförmige Nischen, von denen heute 97 erhalten sind. Der Kulturkomplex „Orlovi Skali“ ist das bedeutendste Megalithdenkmal mit Nischen im Rhodopengebirge und auf dem Balkan im Allgemeinen.

Zu dem Komplex führte ein kleiner Weg und wir erreichten es in ca. 5 Minuten.

Danach besuchten wir noch ein kleines Museum.

Am dritten Tag ging es dann mit einem kurzen Abstecher am einzig natürlichen Birkenwald in den Rhodopen zur Arda.

Der Wald bzw das Gebiet heißt Belite Brezi (die weißen Birken). Die heilenden Eigenschaften der frischen Luft in der Region sind nicht nur in Bulgarien, sondern auf der ganzen Welt bekannt und unbestreitbar. Das Gebiet Belite Brezi wirkt sich günstig auf die Behandlung von Lungen- und allergischen Erkrankungen aus. Es wird angenommen, dass aufgrund der kristallklaren Luft in der Umgebung chirurgische Eingriffe auch im Freien durchgeführt werden können. Völlig verrückt die Vorstellung, oder?

An der Arda angekommen, ging es zu einem der zahlreichen Aussichtspunkte hier.

Die Arda ist ein Fluss, der am Arda-Gipfel in den Rhodopen entspringt und ein Nebenfluss des Maritsa-Flusses auf griechischem Territorium, der auf seinem Weg einzigartige Mäander bildet (hufeisenförmige Flussbettkurven).

Danach machten wir uns auf den Weg zur Utroba-Höhle (auch als „Womb Cave“ bekannt). Die Form der Höhle ähnelt der Vagina einer Frau.

Das Licht, das durch den Eingang kommt, bewegt sich entlang der Wände und des Bodens der Höhle und ist mit der Sonnenbewegung synchronisiert, das Licht-Schattenspiel erinnert an ein erigiertes Glied. Mittags erreicht dieses sein Maximum und erreicht die gesamte Länge der Höhle entlang ihrer Mittelachse bis zu einem von Menschenhand geschaffenen Altar, der der Vagina ähnelt.

In der Nähe der Höhle befindet sich ein kompletter Ritualkomplex von Sharapanas (Felsnischen für Wein). Der Wein wurde bei Ritualen in der Utroba-Höhle verwendet.

Utroba-Höhle in Bulgarien
Der Eingang der Höhle

In der Nähe der Höhle befindet sich eine römische Brücke, die wir auch besuchten.

Bevor wir zurück zu Unterkunft gefahren sind, besuchten wir noch eine Kirche: Die St. Yoan Predtecha.

Zurück an der Unterkunft, durfte ich eine bulgarisch-türkische Verlobung mit ansehen.

Zurück in Sofia

Am nächsten Tag ging es dann für mich zurück nach Sofia. Wieder mit dem Bus. Es lief aber alles echt entspannt und ich war schon relativ früh zurück in der Stadt.

Ich überlegte erst, ob ich vom Busbahnhof zum Hotel laufen sollte, entschied mich aber aus irgendwelchen Gründen dagegen.

Den restlichen Abend verbrachte ich damit, nochmal ein wenig durch Sofia zu laufen.

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