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Buchtipp: Uebel unterwegs von Tina Uebel

*** Gastbeitrag von Udo von waldhelden.de ***

Vorwort: Vor einiger Zeit erhielt ich von Udo die Anfrage für einen Gastbeitrag. Eine Buchtipp: Das Buch würde nicht so gut zu seinem Blog passen, dafür aber perfekt zu BUNTERwegs.

Als ich erfuhr um welche Story es sich bei dem Buch handelt, konnte ich gar nicht anders als Ja zu sagen und war ziemlich gespannt auf den Artikel.

Kurze Zeit später sah ich sogar einen kleinen Beitrag über die Autorin und ihr Buch im Fernsehen – was ein echter Zufall war, da ich kaum TV schaue.

Klar hatte ich im Vorfeld schon mal davon gehört, es aber nie so richtig wahr genommen. Und jetzt? Jetzt ist es auf meiner Buch-Liste.

Wenn du auf gerne auf humorvolle Art um die Welt reist, dann ist dieses Buch auf jeden Fall etwas für dich (und bei dem Buch-Auszug  relativ am Ende musste ich laut lachen, was alleine vor dem Rechner – ohne Skype – immer etwas komisch aussieht).

Also los geht es mit dem Buch-Tipp:

Uebel unterwegs - Buch Tipp * BUNTERwegs. Der Outdoor Blog für Frauen mit Liebe zum Wandern und zur Street Art

Uebel unterwegs – Skurriles und Bemerkenswertes vom Landweg Hamburg bis Shanghai

 

„Wer immer noch die Vorstellung hegt – und bei meinen diversen Gesprächen im Vorfeld der Reise schien mir diese nicht gänzlich unverbreitet -, Ali Normalteheraner sei den ganzen Tag mit Beten, Steinigen und Urananreichern beschäftigt, dem kann ich hiermit berichten: Dem ist nicht so.“ (Uebel unterwegs, S. 59)

 

Sieben Wochen reist Autorin Tina Uebel über den Landweg von Hamburg bis Shanghai und hat ihre Begegnungen und Erlebnisse auf dieser Reise kurzweilig und humorvoll in dem Buch „Uebel unterwegs“ zusammengefasst.

Ich muss gestehen, dass ich kein großer Leser von Reiseberichten bin. Erst recht nicht, wenn mir die bereisten Länder selbst als Reiseziel nicht in den Sinn kämen. Doch die unterhaltsame und anschauliche Art mit der Tina Uebel ihre Erlebnisse in diesem Buch vermittelt, begeistert von der ersten Minute. Man bekommt regelrecht das Gefühl mitzureisen und den Menschen aus den Erzählungen selbst zu begegnen. Da verwundert es nicht, dass auch die Waldheldin schnell angefixt war und auf regelmäßige abendliche Lesungen bestand.

Worum geht es in „Uebel unterwegs“?

Schriftstellerin, Journalistin, Bloggerin und Wortakrobatin Tina Uebel reist nach Shanghai, um dort einen Stipendiumspreis anzunehmen. Allerdings nicht mit dem Flugzeug, sondern auf dem Landweg. Entlang der sagenumwobenen Seidenstraße führt ihre Reiseroute über Bulgarien und die Türkei in den Iran. Von dort weiter über Turkmenistan, Usbekistan, Kasachstan bis nach China. In sieben Wochen reist sie mittels 19 Zugverbindungen durch acht Länder. Dieses Reiseerlebnis hat sie mit viel Wortwitz in tagebuchähnlichen kurzen Geschichten festgehalten. Genau das richtige um abends vor dem Schlafengehen ein paar Seiten zu lesen.

Route von Tina Uebel in "Uebel unterwegs"

Neben Free-WiFi, Free-Steckdose, richtigem Kaffee und einer Möglichkeit zu rauchen ist Tina Uebel vor allen Dingen auf der Suche nach der Begegnung mit Menschen und der Kultur des Landes, das sie gerade bereist. Die Kontaktaufnahme fällt meist nicht schwer, wird sie als alleinreisende Frau doch von den Einheimischen oft selbst als Attraktion betrachtet. Sie spricht mit ihnen über ihre Wünsche und Träume und immer wieder wird deutlich, welches Glück wir haben uns mit unserem deutschen Pass so frei in der Welt bewegen zu können.

Von mir gibt es für „Uebel unterwegs“ eine klare Lese-Empfehlung! Auch wenn politisch tiefergehende Erklärungen im Buch bewusst weggelassen wurden und die Auswirkungen 2013 (zum Zeitpunkt der Reise) auf unser eigenes Land noch nicht so gravierend waren, so ist das Buch dennoch eine Ermutigung einen Blick über den Tellerrand zu werfen und sich seine eigene Meinung zu bilden. Und das auf eine kluge, witzige Art, die eine 256 Seiten lange Zugreise wie im Flug vergehen läßt. Zusätzlich gibt es im Buch auch noch 56 Bilder, die den Geschichten weiteres Leben einhauchen. Das Buch gibt es bei Amazon oder bei Delius Klasing für 19,90 Euro.

Damit du dir einen kleinen Eindruck vom Schreibstil machen kannst, habe ich eine kurze Passage aus dem Buch herausgesucht, die jeder Blogger und Internetjunky sicherlich bestens nachvollziehen kann.

Tina Uebel auf der Suche nach WiFi in einem Internetcafé in Astana, Kasachstan:

„Englisch spricht keiner, macht ja nix, ich verhandele die Chose (schade, dass es keine Kolchosenchose ist) schließlich nicht zum ersten Mal. Kann ich mit meinem Notebook ins Netz, frage ich. Ich wiederhole „mein Notebook“ in zwei Varianten, weil ich nicht weiß, ob „Notebook“ im Russischen feminin oder maskulin ist. Die Internetcafémaus versteht kein Wort und rappelt mir einen epischen Text entgegen. Ich verstünde leider nur ein bisschen Russisch, sage ich, dann hole ich mein Notebook heraus. „Notebook“, sagt sie, sie betont es nicht anders als ich, rappelt noch ein bisschen, sagt mir eine Platznummer. „Gibt´s WiFi“, frage ich, oder Kabel, ich deute auf den Kabelanschluss. Maus ist völlig überfordert und rappelt einen Jüngling mit bescheuerten Zöpfchen auf kahlrasiertem Schädel herbei, der mir den Platz weist. Wiederholte Geste auf Kabelanschluss; njet, sagt er. Mein Rechner avisiert zwei Passwortgeschützte WiFi-Zugänge. „Gibt´s WiFi“, frage ich und präsentiere die Meldung. Zöpfchen ist völlig überfordert, „WiFi“, übersetzt der Nerd mir zur Linken, ohne den Blick von der überrumpelten Schar Mutanten zu wenden, die er gerade niederknallt. Er betont es nicht anders als ich. Moment, sagt Zöpfchen und wendet die effektivste aller Problemlösungsstrategien an, indem er verschwindet und einfach nicht wieder auftaucht. Ich warte ein Weilchen, gehe dann zur Maus zurück. „Gibt’s WiFi“, frage ich, auf die WiFi-Meldung zeigend. Maus sagt, sie spräche nur Russisch. Was ein glücklicher Zufall, dass ich auf Russisch gefragt habe. Einen Antrag auf Mensa-Mitgliedschaft ihrerseits halte ich für wenig aussichtsreich. „Wissen Sie, was ,WiFi’ ist“, frage ich; sie starrt mich an mit einem Gesichtsausdruck wie Russisch Brot. Klar, ich habe ihr ja gesagt, ich spräche nur wenig Russisch, insofern ist es per definitionem unmöglich, dass sie ein komplexes Wort wie „WiFi“ aus meinem Munde verstehen könnte. Wie auch. Als sie mich nicht loswird, rappelt sie einen Zweitjüngling zu Hilfe, der aber bloß von Weitem einen angewiderten Blick auf mich wirft, bevor er zum Counterstrike zurückkehrt.“ (Uebel unterwegs, S. 171f.)

Video Interview mit Tina Uebel

Kennst du das Buch schon? Wenn nein, wie ist dein Eindruck nach dem Buchtipp? Wenn ja: Stimmst du dem zu, was Udo schreibt? Würdest du es weiterempfehlen? Erzähl uns davon in den Kommentaren!



Über den Autor

Udo von waldhelden.de

Udo ist begeisterter Outdoor-Sportler und Aktiv-Urlauber. Auf seinem Blog waldhelden.de zeigt er dir, wie du beides kombinieren und ein Land sportlich entdecken kannst. Seiner Meinung nach sollte immer ein gutes Buch auf deinem Nachttisch liegen. Er ist Mountainbiker, Geocacher und einfach gerne draußen. Seine letzte eigene Zugfahrt führte ihn nach München zur ISPO – der weltgrößten Messe für Sportartikel und Sportmode.



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