Gedankenfetzen

Hand auf’s Herz: Abschiede

Das schwerste im Leben sind Abschiede – egal aus welchen Gründen. Die schwersten sind allerdings diese, für die man sich selbst entscheidet. Auch wenn diese Abschiede nur auf Zeit sind. Leicht fallen sie einem trotzdem nicht.

Man könnte meinen, dass mir das Ganze minimal leichter fallen könnte, da ich ca. 400 km von der Heimat entfernt wohne. Meine Eltern so wie Freunde bekomme ich daher eh nur alle paar Monate zu Gesicht – aber Pustekuchen. Es fällt schwer. Sehr schwer!

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Als ich in Essen am Bahnhof stehe, um mit dem HKX wieder Richtung Hamburg zu fahren, umarme ich meine Mama noch einmal. Vermutlich das letzte Mal vor meiner Wanderung. Tränen kullern uns über das Gesicht. Das letzte Mal in der Heimat, war ich vor ca. 6 Monaten. Obwohl ich, um Weihnachten und Silvester rum, einen kleinen Abstecher in die Heimat machen werde, und damit in ca 3 bis 4 Monaten ein Wiedersehen bevorsteht, fühlt es sich so ganz anders an. Es ist eben doch ein Unterschied, ob man 400 km entfernt ist und dort bleibt, oder ob man sich Schritt für Schritt Richtung Unbekannt bewegt.

Jessie von Bunterwegs.com

Anfang der Woche stand dann noch der vorerst letzte Familienbesuch bei meinem Papa an. Praktisch ist auch, dass dich dort dann immer nochmal meine Oma zu Gesicht bekomme. Macht die ganze Sache allerdings auch nicht einfacher.

Da ich bei meiner Mum aufgewachsen bin, fällt mir der Abschied von meinen Vater immer besonders schwer … ohne weiter darauf einzugehen, aber ich bin froh, ihn mittlerweile wieder regelmäßig zu sehen. Früher waren da schon mal gut 6 Monate zwischen. Da fiel es mir richtig schwer, obwohl ich nur ca 270 km entfernt wohne – im selben Land. An einem Ort.

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Was mir im Vorfeld aber noch schwerer fällt, ist der Abschied von meinem Freund. Viele Tränen hat es mich im Vorfeld schon gekostet. Einige weitere werden noch folgen. Ich rechne ihm hoch an, mich und mein Vorhaben zu unterstützen.

Dankbar.
Endlos dankbar bin ich dafür.

Dennoch habe ich gleichzeitig ein schlechtes Gewissen. Davon erzählte ich dir ja schon vor 2 Wochen. Aber auch hier spielt die Angst vor dem Ungewissen eine Rolle. Andere Paare haben solche Situationen schon vor uns gemeistert. Situationen, in denen der eine Zuhause bleibt und der andere gerne die Welt sehen möchte. Situationen, in denen man für längere Zeit getrennt ist. Getrennt aus eigener Entscheidung heraus. Es klingt absurd und trotzdem zieht es mich raus. Raus in die Welt!

Denn um ehrlich zu sein (und was ich erstmal lernen muss(te): Beziehungen sind kein Grund, Träume aufgeben zu müssen. Sich aufgeben zu müssen. „Abschied auf Zeit“ heißt nicht „das Ende“. Es ist viel mehr ein Wiedersehen, ohne das Datum zu kennen.

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Ich bin dankbar für alle, die sich vorher nochmal Zeit genommen haben, mich zu sehen. Für die kleinen und großen Geschenke, die Glücksbringer und Trost-Spender (Schokolade für die Wanderung).

“ So this is Goodbye!

 

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7 Kommentare

  1. Simmel sagt

    Wieder Mal ein wunderbarer Artikel! Alles Gute und liebe Grüße aus Dorsten. Wir sind alle bei dir. ;)

    • :* Danke!

      Liebste Grüße zurück! Dezember / Januar sehen wir uns hoffentlich nochmal kurz – da werde ich ja einen kl Abstecher Heim machen!

  2. Hallo liebe Jessie,
    dein Newsletter hat mich erneut auf deine Seite geführt und gerne hinterlasse ich dir ein Motivations-Kommentar. (: Ich wünsche dir alles Gute auf deiner Reise, viele tolle Begegnungen, inspirierende Gespräche und eine wundervolle Umsetzung, bei dem Projekt, die Welt ein klein wenig bunter zu machen. Ich bin sehr gespannt, was du alles zu berichten hast.
    Von Abschieden kann ich auch ein Lied singen, ist gar nicht so weit entfernt vom Loslassen lernen… Aber die Dankbarkeit überwiegt letztendlich bei mir auch immer.
    Gute Reise (:

    • Hallo :)

      Danke für deinen Kommentar und die lieben Worte! Emotional bin ich immer noch etwas angeschlagen, aber das wird alles noch – hoffe ich.

  3. Hey Jessie,
    herzlichen Glückwunsch nochmal!
    Bei mir geht’s Mittwoch auch nach Kathmandu, allerdings ganz langweilig mit dem Flieger.
    Ich bin super gespannt auf deine Erlebnisse und wünsche dir eine tolle Zeit Bunterwegs :)

    Liebe Grüße
    Jannis

    • Hey Jannis,

      jaa danke dir! Und wahnsinn! :)
      Schick mir auf jeden Fall Bilder :)
      Wünsch dir eine tolle Zeit und bin auch auf deine Erfahrungen gespannt, bei deiner Arbeit!

      Jessie

  4. Pingback: Meine Lieblingsfundstücke im Oktober 2015 - soschy on tour

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